Fakten zur Ostertalbahn
Aktuell kursieren einige Vermutungen und Behauptungen zur Ostertalbahn. Wir ordnen diese hier sachlich ein.
Die Ostertalbahn ist stillgelegt.
FALSCH. Die Bahnstrecke zwischen Ottweiler und Schwarzerden ist ein öffentliche Eisenbahnstrecke, die von allen öffentlichen Eisenbahnverkehrsunternehmen genutzt werden darf. Erst hierdurch dürfen auch die Museumszüge auf der Strecke verkehren.
Auf der Ostertalbahn dürfen nur Museumszüge fahren.
FALSCH. Da die Bahnstrecke weiterhin für den öffentlichen Verkehr vorgehalten wird, dürfen alle möglichen Züge auf der Strecke fahren. Neben Museumszügen sind daher auch Güter- und Personenzüge möglich.
Die Ostertalbahn gehört immer noch der DB.
TEILWEISE RICHTIG. Die Grundstücke und Bauwerke befinden sich weiterhin im Eigentum der Deutschen Bahn. Der Landkreis St. Wendel hat die Strecke jedoch von der DB gepachtet und ist somit dafür verantwortlich.
Die Ostertalbahn wird vom Arbeitskreis Ostertalbahn (AkO) betrieben.
FALSCH. Betreiber der Strecke ist der Landkreis St. Wendel in seiner Funktion als Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Die Mitglieder des AkO unterstützen dabei bei den regelmäßigen Instandhaltungsaufgaben und der Durchführung des Betriebs.
Ein öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ist auf der Ostertalbahn nicht möglich.
FLASCH. Im Verkehrsentwicklungsplan (VEP) des Saarland wurde tatsächlich eine „Reaktivierung“ der Ostertalbahn für den Personenverkehr nicht weiter betrachtet. Ob die dort durchgeführte Grobanalyse den tatsächlichen Stand abbildet, kann aber aufgrund erheblicher Mängel im Verfahrensgang nicht definitiv beurteilt werden. Von betriebstechnischer und rechtlicher Seite ist ein ÖPNV auf der Strecke aber ohne Probleme möglich. Der AkO hat zum Beispiel 2024 demonstriert, dass auch moderne Fahrzeuge ohne Probleme auf der Strecke fahren können.
In naher Zukunft entstehen Kosten für die Streckeninstandhaltung in Millionenhöhe.
FALSCH. Der Landkreis St. Wendel investiert bereits seit über 25 Jahren regelmäßig in den Erhalt der Ostertalbahn und der zugehörigen Bauwerke. Auch in Zukunft werden, wie bei allen Brückenbauwerken, weitere Investitionen anstehen, um den Bestand zu sichern. Die Höhe dieser Maßnahmen kann aber erst nach einer Brückenhauptprüfung ermittelt werden, da erst dann bekannt ist, ob und welche Arbeiten genau erforderlich sind. Die Gleisanlagen werden regelmäßig überwacht und eine Instandhaltung bedarfsgerecht durchgeführt.
Die Ostertalbahn hat ca. 30 Brücken.
RICHTIG. Insgesamt bestehen 25 Eisenbahnbrücken und 6 Straßenbrücken. Der Landkreis St. Wendel ist dabei für die Unterhaltung der Eisenbahnbrücken zuständig.
Im Jahr 2027 steht eine Brückenprüfung an.
TEILWEISE RICHTIG. Brückenbauwerke müssen regelmäßig überprüft werden. Die Untersuchung findet alle drei Jahre statt und wechselt zwischen Haupt- und Nebenprüfungen ab. Die letzte Hauptprüfung fand 2024 statt weshalb 2027 lediglich eine kleinere Nebenprüfung stattfindet.
Die Strecke ist nicht für den Transport von schweren Gütern (wie Panzern) ausgelegt.
FALSCH. Die Strecke weist mit D4 die höchste in Deutschland übliche Streckenklasse auf. Dadurch sind auch schwerste Güterzüge möglich (22,5t/Achse und 8t/m). Entsprechende Züge fuhren auch bereits in der Vergangenheit über die Strecke zum Werk der ehemaligen IWS (heute KNDS Deutschland Maintenance GmbH) in Schwarzerden. Die Ostertalbahn wird auch derzeit weiterhin nach diesen Maßstäben Instand gehalten.
Auf der Strecke gibt es unzählige Bahnübergänge.
FALSCH. Entlang der Strecke gibt es drei Bahnübergänge. Dabei sind die Übergänge bei Fürth und im Bahnhof Schwarzerden Schwarzerden nicht-technisch gesichert, wodurch abgesehen von Vegetationsarbeiten und regelmäßigen Kontrollen keine größeren Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich sind. Lediglich der Bahnübergang in Niederkirchen ist mit einer funktionsfähigen Schranken- und Blinklichtanlage ausgestattet.
KNDS möchte aktiv den Bahnhof als Industrie- bzw. Gewerbefläche nutzen.
FALSCH. KNDS hatte im Januar 2026 in Gesprächen bekundet die Fläche der Gleisanlagen im Bahnhof Schwarzerden übernehmen und für Industrieflächen nutzen zu wollen. Ende Mai hat die Geschäftsführung von KNDS bei einem Austausch mit Vertretern des Landkreises St. Wendel und des AkO mitgeteilt, dass diese Pläne zwischenzeitlich zurückgestellt und nicht mehr aktiv weiterverfolgt werden.
Das Werk der KNDS in Schwarzerden hat keinen Bahnanschluss.
RICHTIG. Im Werk existierte aber bis 2019 noch ein eigener Bahnanschluss, der zwischenzeitlich abgebaut wurde. Die Gleise liegen aber noch bis an das Werkstor. Unabhängig davon steht im Bahnhof Schwarzerden aber weiterhin ein Gleis mit einer Seitenrampe zur Verfügung, die auch für den Umschlag von schweren Fahrzeugen oder Gütern genutzt werden kann. Zudem verfügt der Bahnhof Schwarzerden über eine Ladestraße.